Stop-Motion-Verfahren

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AT-AT-Modelle werden zwischen den Aufnahmen bewegt.

Das Stop-Motion-Verfahren ist ein visueller Effekt, der seit dem frühen 20. Jahrhundert von Filmemachern eingesetzt wird. Auch für die Klassische Trilogie von Star Wars fand er bei der Arbeit von Industrial Light and Magic (ILM) häufig Anwendung. Er dient der Vortäuschung von Bewegung bei Objekten, die in Wirklichkeit statisch sind, in dem man sie jeweils zwischen der Aufnahme von Einzelbildern manipuliert. Der Effekt wird meist auf Modelle und Puppen angewendet und wurde seit dem Aufkommen der Computeranimation zunehmend durch digitale Technik abgelöst.

Prinzip[Bearbeiten]

Stop-Motion täuscht den Zuschauer auf dieselbe Weise, die der Filmprojektion selbst zugrunde liegt. Die wahrgenommene Bewegung besteht tatsächlich aus einer Abfolge von Einzelbildern (frame) bei einer Frequenz von mindestens 24 Bildern pro Sekunde. Unfähig diese Momentaufnahmen getrennt wahrzunehmen, entsteht beim Betrachter der Eindruck einer fließenden Bewegung. Um ein Modell in Bewegung zu versetzen, erzeugt man nun ebenfalls Einzelbilder. Nach jeder einzelnen Aufnahme wird die Figur leicht manipuliert, zum Beispiel durch eine Veränderung der Haltung der Beine. Der Animator zieht sich aus dem Bild zurück, die Kamera wird ausgelöst. Zusätzlich kann auch die Position der Kamera verändert werden, um eine Kamerafahrt zu simulieren.[1]

Da der Aufnahmevorgang sich für jedes Einzelbild wiederholt, steigt die benötigte Zeit steil mit der Dauer der fertigen Szene an. Auch die gewünschte Bildfrequenz beeinflusst den Aufwand. Zwar erlaubt eine höhere Bildfrequenz einen flüssigeren Eindruck, jedoch bedeutet schon bei gewöhnlichen 24 Bildern pro Sekunde insgesamt 24 Aufnahmephasen für nur eine einzige Sekunde laufenden Films.[1]

Seit ihrer Erfindung wurde die Stop-Motion-Technik laufend verbessert. Bekannte Filme, in denen sie eingesetzt wird sind zum Beispiel Panik um King Kong von 1949 und Als Dinosaurier die Erde beherrschten von 1970. Auch Zeichentrickfilme, wie sie schon ab dem frühen 20. Jahrhundert aufkamen, gehören prinzipiell zur Stop-Motion. Da nur wenige Alternativen bestanden, darunter Kostüme sowie Elektronisch gesteuerte Puppen und Modelle, blieb Stop-Motion jahrzehntelang ein zentrales Werkzeug im Repertoire der Spezialeffekte. Trotz des hohen Aufwands und der zunehmenden Perfektionierung dieser Technik im Laufe der Zeit, welche Ende der 1970er Jahren ihren Höhepunkt erreichte, war die perfekte Illusion nicht möglich. Da das fotografierte Objekt während der Belichtung still steht, ist das erzeugte Einzelbild in der Regel völlig scharf. Im Gegensatz zur natürlichen Bewegungsunschärfe, die durch die von der Bildfrequenz abhängige Belichtungszeit entsteht, lässt diese Eigenschaft Stop-Motion-Material im Vergleich weniger gleichmäßig erscheinen. Der Effekt verrät sich auf diese Weise. Dieses Problem wurde erst mit Einführung der Go-Motion-Technik durch ILM im Jahre 1982 beseitigt.[1] Jedoch begann schon kurz darauf die Zeit der Computergrafik (CGI), die durch ihre stetig steigende Qualität und Leistungsfähigkeit bald immer häufiger eingesetzt wurde. Bereits 1997 setzte man bei Die dunkle Bedrohung für Visuelle Effekte vollständig auf CGI und Filmaufnahmen am Modell.[2]

Anwendung[Bearbeiten]

Die Durchführung von Stop-Motion-Aufnahmen stellt während der Produktion verschiedene Herausforderungen. Allgemein benötigt der ausführende Animator ein großes Maß an Geduld und einen besonderen Blick für Bewegungsabläufe und Anatomie. Er muss außerdem über Stunden hinweg konzentriert arbeiten können, um ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Jede Stop-Motion-Aufzeichnung bedeutet aufwändige Vorbereitung, da besonders die Modelle mit großer Sorgfalt gefertigt werden müssen. Die Modelle und Puppen von ILM besaßen meist ein Metallskelett mit Gelenken, das zwar beweglich, jedoch in sich stabil war. Dieses wurde im Fall von Kreaturen und Personen mit Gummi überzogen, die Zugabe von Füllung und Haut bzw. Kleidung führte schließlich zum gewünschten Aussehen. Fahrzeuge, beispielsweise die imperialen AT-AT, gingen in der Präzision ihrer beweglichen Teile weit über den üblichen Modellbau für Miniaturaufnahmen hinaus. Auch das Set, auf dem die Aufzeichnung stattfindet, erfordert Feinarbeit, da es sich meist um eine verkleinerte Version einer Kulisse oder Landschaft handelt. Es muss außerdem die Möglichkeit für den Animator bestehen, zwischen den Aufnahmen das Objekt zu erreichen.[1]

Die Filmcrew muss zwischen den Aufnahmen die Veränderungen am Objekt äußerst präzise ausführen und dabei genau so stark, dass sich beim Abspielen des Films eine Bewegung mit der gewünschten Geschwindigkeit einstellt. Jede unbeabsichtigte Veränderung, zum Beispiel an der Kulisse, muss vermieden werden, da sie sich als plötzlicher Sprung im laufenden Film deutlich bemerkbar macht. Jeder Fehler macht die gesamte Szene unbrauchbar und wird oft erst nach dem Entwickeln der Films bemerkt. Um dies zu vermeiden, arbeitete man bei ILM mit verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen, so zum Beispiel für die Szenen der Schlacht von Hoth. Um die unter anderem aus Backpulver bestehende Landschaft nicht zu beschädigen, näherten sich die Animatoren entweder durch Luken im Gelände oder von abseits der Kamera auf dem Bauch über spezielle Unterlagen, oft in unbequemen Haltungen. Für eine saubere Ausführung der Manipulation wurde der Ausgangszustand des Modells zunächst mit an einem Ständer befestigten Metallzeigern markiert, um einen Anhaltspunkt für die folgende Anpassung zu liefern. Zur direkten Kontrolle der Arbeit wurde eine TV-Kamera mit einem Aufzeichnungsgerät eingesetzt, sodass noch vor der Filmentwicklung Fehler entdeckt werden konnten.[1]

Bekannte Aufnahmen neben der Schlacht von Hoth sind der Ritt von Luke Skywalker auf einem Tauntaun und seine Begegnung mit einem Rancor in Jabbas Palast auf Tatooine.[1]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]