Bluescreen

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Natalie Portman und Hayden Christensen bei Bluescreenaufnahmen

Als Bluescreen („Blauer Schirm“) bezeichnet man in der Filmtechnik eine in einem bestimmten Blauton gefärbte Fläche, die in der Postproduktion entfernt und gegen einen beliebigen Hintergrund ausgetauscht werden kann. Alternativ wird heutzutage auch oftmals auf einen grünen Hintergrund, den Greenscreen zurückgegriffen.[2]

Prinzip[Bearbeiten]

Verwendung eines Greenscreens anstelle eines Bluescreens
Bei der Anwendung der Bluescreen-Technik werden meist blaue Stoffbahnen im Studio oder an einem Außendrehort gespannt, die von Scheinwerfern beleuchtet werden. Wichtig ist dabei, für eine gleichmäßige Beleuchtung zu sorgen, um bei den Aufnahmen die nötigen Farbwerte zu erhalten. Man nimmt nun Personen oder Gegenstände vor dem blauen Hintergrund auf und richtet dabei die Kamera so aus, dass der Bluescreen den Teil des Bildes ausfüllt, der später ersetzt werden soll. Das Filmmaterial mit den Realaufnahmen kann nun in der Postproduktion so verändert werden, dass aus den Einzelbildern der blaue Teil herausgenommen („herausgekeyt“ → Chroma Keying) wird, und man so nur noch die Bestandteile im Bild hat, die später noch zu sehen sein sollen, wie beispielsweise die Schauspieler. Am unkompliziertesten lässt sich dieser Schritt mit digitalem Bildmaterial durchführen, so wie es George Lucas in der Prequel-Trilogie verwendete, auch wenn es noch nicht ganz an die Qualität von belichtetem Film heranreicht. Der blaue Hintergrund kann nach dem Entfernen beliebig ersetzt werden, sei es durch andere Realaufnahmen, zum Beispiel Landschaften, oder durch künstlich erzeugte Bilder. Eine große Rolle spielen hierbei die heutigen Möglichkeiten der Computergrafik, auch CGI genannt, mit der sich fast alles darstellen lässt, somit auch jede erdenkliche Art von Umgebung.

CGI[Bearbeiten]

Hauptartikel: Yoda#Hinter_den_Kulissen


CGI Model und fertige Szene aus Episode III - Die Rache der Sith von Yoda
Besondere Aufmerksamkeit bekam bei Dreh von Episode II - Der Angriff der Klonkrieger die digitale Darstellung des Jedi-Meisters Yoda der bisher vom Puppenspieler Frank Oz und der Yoda-Puppe dargestellt wurde. George Lucas meinte, für die Kampfszenen zwischen Dooku und Yoda könne man die Puppe nicht verwenden, da dies ungeheure Arbeit mit sich bringen würde. Außerdem sei die Gestalt der Puppe doch so alt, dass man ihr, so man sich daran hielte, keinen solch wendigen Kampf mehr zutrauen könne, wie Lucas ihn für Yoda auf Geonosis ersonnen habe. Außerdem hatte es bereits in Episode I - Die dunkle Bedrohung Probleme beim Dreh gegeben: Das Set des Ratssaales musste extra auf Stelzen gebaut werden, damit Frank Oz die Yoda-Puppe von unten steuern konnte. Nachträglich wurde Yoda, da Lucas mit dessen Digitalisierung sehr zufrieden war, auch in seinen Szenen aus Episode I nachträglich durch die des digitalen Yodas ersetzt.[3]
Anakin Skywalker als Machtgeist in der Originalversion aus dem Jahre 1983 und in der überarbeiteten Version aus dem Jahre 2004.

Auch wollte Lucas die letzte Szene aus Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter, in der Obi-Wan Kenobi, Yoda und Anakin Skywalker Luke als Machtgeister erscheinen, noch einmal für die Special Edition (2004) überarbeiten, denn nun hatte man Anakins junges Gesicht, dargestellt durch das Hayden Christensens. Damals wurde Anakin alias Darth Vader noch von Sebastian Shaw gespielt. Diese Änderung stellt eine der meistkritisierten, die Digitalisierung Yodas miteingeschlossen, dar.[4]

Entstehung eines Acklays am PC
Verstärkt wurde in den Prequels mit Bluescreen und CGIs gearbeitet. Einige Szenen waren besonders aufwendig.

Verwendung[Bearbeiten]

Ein Vorher-Nachher-Vergleich
Sowohl bei Film- als auch bei Fernsehproduktionen ist die Bluescreen-Technik inzwischen Standard und wird vom abendlichen Wetterbericht bis hin zum Kino-Meisterwerk überall eingesetzt. Neben den großflächigen Hintergründen werden manchmal auch gefärbte Anzüge eingesetzt, mit denen sich Körperteile ersetzen oder auch scheinbar entfernen lassen. Da es bei den blauen Flächen jedoch recht schwierig ist, die richtige Beleuchtung zu erreichen, greift man seit einiger Zeit auch auf grüne Hintergründe, die sogenannten Greenscreens, zurück, die in dieser Hinsicht etwas pflegeleichter sind. Auch bei der Produktion der Prequel-Trilogie wurden im Laufe der Zeit vermehrt Greenscreens verwendet, oft auch in Form von Objekten, deren Oberfläche erst später digital hinzugefügt werden sollte.

Bei Science-Fiction-Filmen wie Star Wars ist die Bluescreen-Technik inzwischen kaum noch wegzudenken, eröffnet sie dem Regisseur doch die Möglichkeit, Szenen an Orten spielen zu lassen, die es in Wirklichkeit nicht gibt, oder an denen das Drehen eines Films ausgeschlossen wäre. Eine Szene, die in einem Studio in England aufgenommen wurde, lässt sich inzwischen mühelos auf einen Planeten in einer weit, weit entfernten Galaxis versetzen, ohne dass es dem Zuschauer überhaupt bewusst wird, die Illusion ist nahezu perfekt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. There is nothing that we can't cover in blue. And often there is nothing that we don't. Episode II - Angriff der Klonkrieger - Audiokommentar, Kapitel 46
  2. Greenscreen-Technik in der Wikipedia
  3. Visualisierung der Änderung Yodas von der Puppe zum CGI-Modell
  4. Visualisierung der Änderung der Schlussszene in Die Rückkehr der Jedi Ritter