Taika Waititi

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Taika Waititi.jpg
Taika Waititi
Beschreibung
Geschlecht:

männlich

Biografische Informationen
Geburtsdatum:

16. August 1975

Nationalität:

Neuseeländisch

Beruf/Tätigkeit:
  • Regisseur
  • Drehbuchautor
  • Schauspieler
Rolle in Star Wars:

IG-11

Auszeichnungen:

Oscar „Bestes adaptiertes Drehbuch“ für JoJo Rabbit

Taika Waititi ist ein neuseeländischer Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, der 2020 den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch für seinen Film JoJo Rabbit erhielt. Er wirkte an der Star-Wars-Realfilmserie The Mandalorian mit, wo er zum einen den Attentäterdroiden IG-11 spielte und zum anderen die Regie der finalen Episode der ersten Staffel, Erlösung, führte. Im Mai 2020 wurde bekannt gegeben, dass Waititi bei einem bevorstehenden Star-Wars-Film Regie führen und gemeinsam mit Krysty Wilson-Cairns das Drehbuch schreiben wird.

Biografie[Bearbeiten]

Ausbildung und erste Filme[Bearbeiten]

Taika David Cohen wurde in Raukokore der im Norden Neuseelands gelegenen Bay of Plenty geboren und wuchs sowohl an der Ostküste als auch im Aro Valley von Wellington auf. Sein Vater, der von den einheimischen Maori abstammte, verließ seine Mutter Robin Cohen, eine Lehrerin mit russisch-europäischen Wurzeln, als Waititi etwa fünf Jahre alt war, und er wurde daraufhin hauptsächlich von seiner Mutter aufgezogen. Er besuchte das Onslow College und schloss 1997 sein Theaterstudium an der Victoria University of Wellington mit einem Bachelor of Arts ab. Während seines Studiums kam Waititi seinen humoristischen und schauspielerischen Interessen nach, als er als Teil des fünfköpfigen Ensembles „So You’re a Man“ mit einigem Erfolg durch Neuseeland und Australien tourte und Teil des Comedyduos „The Humourbeasts“ wurde. Für Letzteres wurde er 1999 mit seinem Partner Jemaine Clement mit dem Billy-T-Award ausgezeichnet. Waititi begann schließlich, Kurzfilme zu drehen, mit denen er an dem jährlich ausgerichteten neuseeländischen 48-Stunden-Filmwettbewerb teilnahm. Im Jahr 2005 schrieb er das Drehbuch und übernahm die Regie für den Kurzfilm Two Cars, One Night, den Ainsley Gardiner produzierte. Der Film sollte den Grundstein für seinen weiteren Erfolg legte, da er und Gardiner eine Oscar-Nominierung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ erhielten; die Auszeichnung ging jedoch an den Film Wespen von Andrea Arnold. Zwei Jahre später führte er Regie bei seinem ersten Spielfilm, eine vertrackte romantische Komödie mit dem Titel Eagle vs. Shark, für die er auch das Drehbuch verfasste. Der Film zeigt Waititis damalige Lebensgefährtin Loren Horsley als Protagonistin „Lily“, während sein Comedypartner Jemaine Clement die zweite Hauptrolle als „Jarrod“ übernahm. Als Produzentin fungierte erneut Ainsley Gardiner sowie der neuseeländische Schauspieler Cliff Curtis. Eagle vs. Shark kam außerhalb Neuseelands nur begrenzt in den Kinovertrieb und spielte weltweit etwa 1,3 Millionen Dollar ein. Im selben Jahr führte Waititi Regie bei zwei Episoden der HBO-Fernsehserie Flight of the Conchords, ein weiteres Projekt, an dem auch Jemaine Clement beteiligt war.

Weitere Projekte[Bearbeiten]

2010 premierte Waititis zweiter Spielfilm, Boy, auf dem Sundance Film Festival und wurde dort für den Großen Preis der Jury nominiert. In dem Film, einer Mischung aus Drama, Komödie und Coming-of-Age-Geschichte, schrieb Waititi nicht nur das Drehbuch und führte Regie, sondern übernahm an der Seite mehrerer neuseeländischer Jungdarsteller, die in dem Film ihre erste Rolle spielten, auch eine der Hauptfiguren, als die er den Vater des titelgebenden Jungen spielt, der nach einem Gefängnisaufenthalt zu seiner Familie zurückkehrt. Boy wurde in Neuseeland ein Überraschungserfolg: Der Film brach den Rekord für die erfolgreichste erste Woche einer inländischen Produktion und wurde in den nächsten Wochen der bis dahin meistgesehene neuseeländische Film aller Zeiten. Auch bei den Kritikern erhielt Boy viel Lob. In der Folgezeit führte Waititi bei der neuseeländischen Fernsehserie Super City Regie und war auch als Schauspieler tätig, so etwa als „Thomas Kalmaku“ in dem Superheldenfilm Green Lantern.

Im Jahr 2013 schrieb und inszenierte Waititi zusammen mit Jemaine Clement die Komödie 5 Zimmer, Küche, Sarg, die auf einem früheren Kurzfilm der beiden basierte. Hierbei übernahmen die beiden sowohl die Regie, als auch das Drehbuch, Teile der Produktion und die Hauptrollen. In 5 Zimmer, Küche, Sarg spielen Waititi und Clement zwei von mehreren Vampiren, die in einem Haus im heutigen Wellington leben und dort von einem Dokumentarfilmteam im Alltag der Vampir-Wohngemeinschaft begleitet werden. Der Film wurde im Januar 2014 auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt und erhielt positive Kritiken. Sein Budget von rund 1,6 Millionen Dollar spielte der Film bereits in Neuseeland wieder ein, weltweit erwirtschaftete er rund 6,2 Millionen Dollar. Waititis nächstes Drehbuch basierte lose auf dem Roman Wild Pork and Watercress des neuseeländischen Schriftstellers Barry Crump, den Waititi in eine Abenteuerkomödie umschrieb, für deren Hauptrollen er den neuseeländischen Schauspieler Sam Neill sowie den Jungdarsteller Julian Dennison besetzte. Wo die wilden Menschen jagen lief auf dem Sundance Film Festival 2016 und wurde Waititis bis dahin größter kommerzieller Erfolg, da der Film weltweit beinahe das zehnfache seine Produktionskosten von rund 2,5 Millionen Dollar einspielte. In Neuseeland selbst brach der Film am Eröffnungswochenende Waititis eigenen Rekord für die höchsten Einnahmen in der ersten Woche.

Durchbruch in Hollywood[Bearbeiten]

Nach den zunehmenden Erfolgen seiner neuseeländischen Produktionen wurde schließlich auch Hollywood auf ihn aufmerksam. Bereits 2012 war Waititi an frühen Drehbuchfassungen für den Disney-Film Moana (dt. Titel Vaiana) aus dem Jahr 2016 beteiligt. Er verließ das Projekt jedoch wieder, da er sich lieber eigenen Ideen und Filmen widmen wollte – in diesem Fall folgte sein Film 5 Zimmer, Küche, Sarg. In späteren Interviews sagte Waititi, dass von seinem ursprünglichen Drehbuchentwurf kaum etwas im finalisierten Drehbuch und Film aufgegriffen wurde. 2017 wurde er in seiner Heimat als „Neuseeländer des Jahres“ ausgezeichnet. Zur gleichen Zeit führte Waititi bei seinem ersten Blockbuster Regie, nachdem er von Marvel für einen Film aus ihrem Superhelden-Franchise, dem „Marvel Cinematic Universe“, angeheuert worden war. Für Thor: Tag der Entscheidung, den dritten Film um den Gott Thor, wechselte Waititi deutlich die Tonalität der Reihe und setzte einen stärkeren Fokus auf Humor. Das Risiko zahlte sich aus, da der Film nach seiner Veröffentlichung im Oktober 2017 bessere Kritiken erhielt als seine beiden Vorgänger und diese mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 850 Millionen Dollar übertrumpfte. In dem Film porträtierte er auch „Korg“, eine Nebenfigur, mittels Motion Capturing. Zuvor hatte er für Marvel zwei Kurzfilme mit dem Titel Team Thor gedreht, in denen es um Thors Leben in Australien mit seinem Zimmergenossen Darryl Jacobson ging. Später wurde Waititi von Christopher Markus und Stephen McFeely konsultiert, als diese das Drehbuch für Avengers: Infinity War verfassten und dabei seinen Input zu Thors Handlungssträngen erbaten.

Waititi sollte mit Mark Gustafson zusammenarbeiten, um den bevorstehenden Stop-Motion-Zeichentrickfilm Bubbles zu drehen, in dem es um das Leben von Michael Jackson aus der Perspektive seines Hausschimpansen Bubbles geht. 2019 verließ Waititi das Projekt jedoch. Im selben Jahr erschien sein Film Jojo Rabbit, für den er bereits seit 2012 ein Drehbuch angefertigt, aber erst nach seinem Erfolg mit Thor ein Studio für die Produktion gefunden hatte. Basierend auf dem Buch Caging Skies von Christine Leunens erzählt der Film die Geschichte eines Kindes der Hitlerjugend, dessen Mutter heimlich ein jüdisches Mädchen im Haus der Familie versteckt. Dabei berät sich der Junge mit seinem imaginären Freund Adolf Hitler, den Waititi selbst für den Film verkörperte. Für seine Arbeit an dem Film erhielt Waititi zwei Oscar-Nominierungen, für den besten Film und für das beste adaptierte Drehbuch, wobei er letzteres gewann.

Am 22. Januar 2018 wurde bekannt, dass der US-Kabelsender FX eine halbstündige Pilotfolge zu einer auf 5 Zimmer, Küche, Sarg basierenden Fernsehserie in Auftrag gegeben hat. Waititi und Clement waren dabei beide in die Produktion eingebunden, und die Serie, die nun in New York spielt, startete am 6. Februar 2020 im deutschen Fernsehen. Die zweite Staffel der Serie erhielt bereits eine Nominierung für den Primetime Emmy Award als „Beste Comedyserie“. Im Oktober 2018 kündigte Lucasfilm an, dass Waititi einer der Regisseure der Star-Wars-Serie The Mandalorian sein wird, die die Geschichte eines einsamen mandalorianischen Kämpfers nach dem Ende des Galaktischen Bürgerkrieges erzählt. Waititi führte die Regie bei der finalen achten Episode der ersten Staffel und übernahm eine Sprechrolle, indem er den Attentäterdroiden IG-11 synchronisiert. Die Serie erschien im November 2019 auf Disney+. Seine Arbeit als Sprecher für die Serie brachte ihm eine Nominierung für den Primetime Emmy Award für herausragende Charakter-Stimmenleistung im Jahr 2020 ein.

Nach dem Erfolg von Jojo Rabbit gab es diverse Ankündigungen über weitere Projekte des Regisseurs und Drehbuchautors. So sollte er Berichten zufolge bei einer Realverfilmung von Akira Regie führen und an einer Fortsetzung von 5 Zimmer, Küche, Sarg mitschreiben. Im Juli 2019 wurde bekannt, dass Waititi Drehbuch und Regie für einen weiteren Thor-Film – Thor: Love and Thunder – übernommen hat, wodurch sich weitere Projekte zu diesem Zeitpunkt nicht realisieren ließen. Zudem soll Waititi bei einer Spielfilmadaption des Dokumentarfilms Next Goal Wins Regie führen und für den Streaminganbieter Netflix für zwei Serien Drehbücher schreiben und Regie führen, die auf Roald Dahls Werken basieren sollen. Des Weiteren soll Waititi bei einem bevorstehenden Star-Wars-Film Regie führen, wurde im Mai 2020 bekannt. Das Drehbuch schreibt er mit Krysty Wilson-Cairns.

Weblinks[Bearbeiten]