Kiessturm
- „Ich habe den Kampf in der Wolkenstadt hunderte Male analysiert, Erzwo. Es war als kämpfe ich gegen einen Sturm. Einen dieser gnadenlosen Kiesstürme auf Tatooine … die einem die Haut komplett vom Körper reißen können.“
- — Luke Skywalker denkt über das Duell in der Wolkenstadt nach. (Quelle)
Kiesstürme sind extreme meteorologische Phänomene auf Tatooine. Laut Luke Skywalker sind sie dazu in der Lage, ein Lebewesen komplett zu häuten. Der Jedi verglich den Kampf gegen seinen Vater Darth Vader in der Wolkenstadt über dem Gasriesen Bespin mit einem Kiessturm.
Quellen[Bearbeiten]

- „Oh je. Das ist schlimmer als ein Kiessturm auf Tatooine. Ich hoffe, ich habe keine Dellen abbekommen.“
- — C-3PO an Bord der Rettungskapsel 4 [1] (Quelle)
Kiesstürme sind ein regelmäßig auftretendes Wetterphänomen auf den Planeten Sriluur und Tatooine. Auf Tatooine entstehen aufgrund der Einstrahlung der beiden Sonnen starke Winde, die unvermittelt einsetzen und dazu in der Lage sind, Kies und sogar Felsen vom Boden zu reißen und durch die Luft zu schleudern. Ein Kiessturm kann daher für Lebewesen in seiner Nähe tödlich sein. Einige Rebellen gerieten während des Galaktischen Bürgerkriegs an Bord einer Segelbarke an den Rand eines Kiessturms, als sie versuchten, den Ithorianer Momaw Nadon zu befreien.
Beschreibung[Bearbeiten]
Kiesstürme sind ein meteorologisches Phänomen, das auf der Oberfläche der Planeten Tatooine[2] und Sriluur auftreten kann.[3] Das atmosphärische Wetterereignis[2] wird auf Tatooine durch Wechselwirkungen seiner Zwillingssonnen Tatoo I und Tatoo II verursacht.[4] Obwohl Sandstürme noch deutlich häufiger auftreten,[5] stellen auch Kiesstürme keine Seltenheit dar.[2] Ein Kiessturm kann ohne jede Vorwarnung beginnen.[4] Das tödliche[5] Wetterphänomen ist durch starke Winde gekennzeichnet,[4] die turbulent und mit enormer Kraft über die Oberfläche von Tatooine peitschen.[2] Die hohen Windgeschwindigkeiten wirbeln Sand, Kies, Steine und umherliegende Trümmer in die Luft[6] und schleudern das Material mit hohen Geschwindigkeiten über die Planetenoberfläche.[2] Ein plötzlicher Kiessturm kann daher verheerende Folgen für die nähere Umgebung mit sich bringen.[6] Gelegentlich tragen die extremen Höhenwinde Sand in die Atmosphäre des Planeten, was es unmöglich macht, zwischen Horizont und Erdboden zu unterscheiden.[7] Für Kiesstürme gilt eine eigene Skala zur Darstellung der Windstärke, auf der die verheerendsten Unwetter eine Stärke von vier oder höher erreichen.[8] Kiesstürme können in vielen Gebieten auf Tatooine entstehen, etwa im Dünenmeer, in der Jundland-Wüste, in der Bettlerschlucht, in der Great Chott-Salzwüstengemeinschaft, in der Umgebung des Jawa Camps und in der Gegend um Mos Eisley.[4] Auch in der Nähe der Stadt Meirm City auf Sriluur entstehen derartige Kiesstürme des Öfteren. Die dort verbreitete Bauweise mit massiven, fensterlosen Gebäuden mit geschwungenen Wänden bieten den Einheimischen Schutz vor den Unwettern.[3] Kiesstürme bergen insbesondere für Lebewesen erheblich größere Gefahren als Sandstürme. Bereits am Rand eines solchen Unwetters ist die Sicht eingeschränkt und der hagelartige Lärm des Sturms erschwert die akustische Wahrnehmung. Auch ist die Reichweite von Energiewaffen ebenso wie die Durchschlagskraft von Projektilwaffen aufgrund der Winde und der umherfliegenden Partikel erheblich reduziert. Die Steuerung von Fluggeräten wird durch die Witterung deutlich erschwert. Im Zentrum eines Kiessturms ist die Sinneswahrnehmung noch erheblich schwieriger. Energiewaffen sind dort außerhalb einer Reichweite von drei Metern und Projektilwaffen gänzlich unbrauchbar. Für Lebewesen besteht aufgrund der zahllosen Partikel in der Luft eine erhebliche Erstickungsgefahr, sodass es sich empfiehlt, Mundbedeckungen wie Schals oder Atemfilter zu tragen.[5]
Geschichte[Bearbeiten]
Auf Tatooine entstehen regelmäßig schwere Kiesstürme.[2] Auf U Wanna Wanna, dem größten Freiluftmarkt des Raumhafens Mos Eisley in den frühen Jahren der Neuen Republik, boten die Straßenhändler an ihren Ständen einzigartige Speisen und Handwerksarbeiten an. Der Markt war ganzjährig tagsüber geöffnet und schloss nur während der schlimmsten Kiesstürme mit einer Stärke von vier oder höher.[8] Während des Galaktischen Bürgerkriegs züchtete der Ithorianer Momaw Nadon im Geheimen Bafforrbäume. Da es sich ihrer Ansicht nach um eine subversive Tätigkeit handelte, bat die imperiale Kommandantin Ingah Muloha den gamorreanischen Verbrecherlord und imperialen Sympathisanten Centa Sonhan, Nadon entführen zu lassen. Sonhan hielt den Ithorianer auf seiner Luxus-Klasse-Segelbarke gefangen und befuhr in den folgenden Tagen die Jundland-Wüste. Einige Rebellen, die Nadon aus dieser Situation wieder befreien wollten, erhielten von der devaronianischen Informationshändlerin Ladira die Koordinaten der Segelbarke, begaben sich zu dem Ausflugsschiff und begannen, es zu kapern. Während sie auf dem Oberdeck gegen Sonhans Wachen und imperiale Sturmtruppen kämpften, zog unvermittelt ein Kiessturm auf. Der Kapitän der Segelbarke lenkte das Schiff an den Rand der Unwetterfront, um den Auswirkungen des Sturms zu entgehen. Dabei kreuzte die Barke den Weg eines umherstreifenden Kraytdrachen. Da der Sturm die Verwendung von Fernkampfwaffen beeinträchtigte, erwies sich der Kampf gegen das Reptil als besonders schwierig. Es gelang den Rebellen, sowohl dem Sturm als auch dem Kraytdrachen zu entkommen und Nadon sicher zurück nach Mos Eisley zu bringen.[5]
Kurz nach der Schlacht von Yavin floh der Rebell Stuart Zissu mit den Droiden C-3PO, 4B-X und R2-D2 in der Rettungskapsel 4 von Bord des Transportschiffs Timespan, das von imperialen Sturmtruppen geentert wurde. Während der Flucht aktivierte der Protokolldroide C-3PO versehentlich die Rotationsdüsen anstelle des Ionenantriebs der Rettungskapsel. Die durch die Rotation bewirkten Fliehkräfte pressten alle Insassen der Kapsel an die Außenwände. C-3PO empfand die Erfahrung als schlimmer als einen Kiessturm auf Tatooine und hoffte, sich durch den Zwischenfall keine Dellen zugezogen zu haben.[9]
Quellen[Bearbeiten]
- Science Adventures – Emergency in Escape Pod Four (Seite 35)
- A Guide to the Star Wars Universe
- Galactic Phrase Book and Travel Guide (Seite 34)
- Customizable Card Game (Karte: Gravel Storm)
- Secrets of the Sisar Run (Seite 81)
- Star Wars Enzyklopädie (Seite 175, Eintrag: Kiessturm)
- The Storm's Edge auf der Webseite von Wizards of the Coast (Archiv-Link im Internet Archiv) (Artikel)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Eigenübersetzung: „Oh dear. This is worse than a gravel storm on Tatooine. I hope I'm not dented.”
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 A Guide to the Star Wars Universe (Seite 77, Eintrag: gravel storm)
- ↑ 3,0 3,1 Secrets of the Sisar Run
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 Customizable Card Game (Karte: Gravel Storm)
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 The Storm's Edge auf der Webseite von Wizards of the Coast (Archiv-Link im Internet Archiv) (Artikel)
- ↑ 6,0 6,1 Star Wars Enzyklopädie
- ↑ A Guide to the Star Wars Universe (Seite 186, Eintrag: Tatooine)
- ↑ 8,0 8,1 Galactic Phrase Book and Travel Guide
- ↑ Science Adventures – Emergency in Escape Pod Four
Kiesstürme wurden erstmals in dem Nachschlagewerk A Guide to the Star Wars Universe erwähnt. Das Buch nennt als Quelle für das Phänomen den Film Episode IV – Eine neue Hoffnung, in dem ein Kiessturm allerdings weder gezeigt noch erwähnt wird. Die deutsche Übersetzung „Kiessturm“ für den englischen Begriff „Gravel storm“ stammt aus dem Nachschlagewerk Star Wars Enzyklopädie. In dem Rollenspiel-Kurzabenteuer The Storm's Edge, das auf der Webseite des Rollenspielverlags Wizards of the Coast veröffentlicht wurde, ist erstmals ein Kiessturm Teil der Handlung. Bis dahin wurde das Wetterphänomen lediglich beschrieben oder als Redewendung genutzt. Im Kanon der Lucasfilm Story Group wurde erstmals in einem Comic der Crossover-Handlung Krieg der Kopfgeldjäger ein Kiessturm erwähnt.