Projekt Lockvogel

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Ein Humanoider Replikantendroide im Einsatz

Das Projekt Lockvogel oder Lockvogel-Projekt war der Codename einer unter strengster Geheimhaltung verfolgten Rüstungsinitiative der Rebellen-Allianz und der späteren Neuen Republik, die darauf abzielte, Humanoide Replikantendroiden zu erschaffen, um entführte imperiale Würdenträger insgeheim durch Saboteure zu ersetzen. Aufgrund diverser technischer Fehlschläge und fehlender finanzieller Mittel musste die Rebellion das Projekt zeitweise aussetzen. Als das Imperium die technischen Daten des Vorhabens und sogar einen Prototypen erwarb, setzte es die Ingenieure Massad Thrumble und Simonelle darauf an, das Projekt zu vervollständigen. Aus den Bemühungen der Droidenkonstrukteure entsprang der Replikantendroide Guri, der später an das Verbrechersyndikat Schwarze Sonne verkauft wurde. Nach ihrer Gründung beauftragte die Neue Republik die Chadra-Fan-Wissenschaftler Fandar und Fugo damit, das Projekt Lockvogel weiterzuverfolgen. Aus ihren Bemühungen entstand der Replikantendroide Leia Organa II, eine Nachbildung der Politikerin Leia Organa, der kurz danach den imperialen Kriegsherrn Trioculus tötete.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Versuche[Bearbeiten]

Die Attentäterin Guri wird erschaffen.

In einer frühen Phase des Galaktischen Bürgerkriegs begann eine Gruppe von Wissenschaftlern der Rebellen-Allianz mit der Umsetzung des streng geheimen Projekts „Lockvogel“.[1] Das Forschungsprogramm hatte den Zweck, menschenähnliche Droiden zu entwickeln.[2] Das Ziel der Operation bestand darin, hochrangige imperiale Würdenträger, deren Entführung geplant war,[1] und Offiziere[3] durch fernsteuerbare, Humanoide Replikantendroiden zu ersetzen[1] und das Imperium auf diesem Wege von innen heraus zu sabotieren.[4] Die Droiden sollten als imperiale Beamte die zivilen und militärischen Operationen des Feindes verzögern oder anderweitig behindern.[5] Die Details der einzelnen Forschungsprojekte, die zur Entwicklung solcher Replikantendroiden führten, wurden unter Verschluss gehalten.[4] Die Kosten für die Herstellung auch nur eines derartigen Droiden lagen im Bereich von über zehn Millionen Credits. Allerdings schlug das Projekt Lockvogel zunächst fehl. Zum einen gelang es den Wissenschaftlern der Rebellion nie, die Droidenhirne so zu bauen, dass sie die Denkmuster ihrer Vorbilder exakt replizieren konnten. Zwar wurden im Rahmen der Operation mehrere überzeugende Prototypen erschaffen, die den Zielen der Allianz unter bestimmten Umständen von Nutzen sein konnten. Allerdings erwiesen sich die Replikantendroiden im Allgemeinen als zu ungeschickt und zu wenig überzeugend, um ihrem ursprünglich angedachten Verwendungszweck zugeführt werden zu können.[6] Von den technischen Fehlschlägen des Projekts Lockvogel abgesehen fehlten der Rebellion insbesondere in der Anfangsphase des Galaktischen Bürgerkriegs die finanziellen Mittel, um die Initiative zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen,[3] sodass die Operation für einige Zeit ausgesetzt wurde.[4] Im Jahr 3 NSY benutzte die Rebellion einen Replikantendroiden, der ihren kurz zuvor verstorbenen Finanzminister Vicomte Tardi nachstellte, um in Verhandlungen mit der Bank von Aargau über die Finanzierung einer Charge von T-65 X-Flügel Sternenjägern einzutreten und sich Tardis gute Beziehungen mit den Leitern des Kreditinstituts zunutze zu machen.[7]

Als das Galaktische Imperium von dem vorläufig fehlgeschlagenen Projekt erfuhr, leiteten hochrangige Offiziere eine eigene Initiative für die Erschaffung Humanoider Replikantendroiden in die Wege. Fasziniert von der Grundidee der Rebellen[4] ließen sie unter Mitwirkung des Verbrechersyndikats Schwarze Sonne[5] einen der Prototypen,[1] die technischen Aufzeichnungen[4] sowie die Blaupausen des Projekts Lockvogel beschaffen[5] und engagierten zwei der besten Droidentechniker der Galaxis,[4] den menschlichen Designer Massad Thrumble und den Ingoianer Simonelle, einen Arzt.[3] Die Ingenieure, die sich bis dahin einen Ruf als Outlaw-Techniker erarbeitet hatten,[1] arbeiteten unter Zwang in einer versteckten Enklave im Minos-Sternhaufen.[5] Mithilfe der gewaltigen imperialen Ressourcen gelang es ihnen, auf Basis der Prototypen und Entwürfe des Projekts Lockvogel einen Replikantendroiden mit einer stabilen Persönlichkeitsmatrix[4] in einem modifizierten AA-1-Verbohirn zu konstruieren.[6] Thrumble nutzte die Vorarbeit der Rebellen-Techniker, um die Replikanten-Technologie zu perfektionieren, sodass die Droiden, die über eine realistisch wirkende Haut, künstliche Organe und sogar Körperfunktionen verfügten, beinahe nicht mehr als mechanische Geschöpfe zu identifizieren waren. Simonelle und Thrumble erschufen aus dem von den Rebellen gestohlenen Prototypen die makellose Replikantin Guri, die mit einer Programmierung als tödliche Attentäterin ausgestattet war.[4] Guri wurde später für neun Millionen Credits an Xizor, den Unterlord der Schwarzen Sonne, verkauft. Während Thrumble dem Imperium nach diesem Erfolg die Treue hielt, um Duplikate des Gouverneurs Lexhannen Torlock von Corulag sowie seiner Tochter Frija herzustellen, ergriff Simonelle die Flucht und gründete im Minos-Sternhaufen seine eigene Werkstatt zur kommerziellen Erschaffung Humanoider Replikantendroiden. Die komplex programmierten Persönlichkeitsmatrizen der von Thrumble erschaffenen Droiden blieben für lange Zeit unerreicht und wurden zu einem Markenzeichen des Ingenieurs. Die Duplikate von Lexhannen und Frija Torlock entwickelten sogar eine eigene Persönlichkeit, was dazu führte, dass sie die ihnen zugedachte Rolle als Köder ablehnten und stattdessen in ein neues Leben in die Eiswüsten von Hoth flüchteten.[3] Seit der Erschaffung von Guri konnten keine weiteren Humanoiden Replikantendroiden mit einer annähernd so hohen Qualität mehr hergestellt werden.[5]

Die Königin des Imperiums[Bearbeiten]

Nach dem Sieg der Rebellenflotte bei Endor entstand aus der einstigen Rebellion die Neue Republik. Unter der neuen Regierung wurden Geldmittel bereitgestellt,[9] um die Arbeit an dem Projekt Lockvogel wiederaufzunehmen.[3] Das Unternehmen stand unter der Leitung der Chadra-Fan-Wissenschaftler Fandar und Fugo. Etwa ein Jahr nach der Zerstörung des Todesstern II richtete der neurepublikanische Senatsgeheimdienst SPIN sein neues Hauptquartier, das Defense Research and Planetary Assistance Center, im Gipfel des Mount Yoda auf dem Sumpfplaneten Dagobah ein. In der 13. Etage dieser Einrichtung, die nur für hochrangiges SPIN-Personal zugänglich war, wurden auf Unterebene D-13 die streng geheimen Laboratorien des Projekts Lockvogel untergebracht.[10] Während der Krise um die Propheten der Dunklen Seite befanden sich die Labors noch im Aufbau.[11] Leia Organa, ein Mitglied des Provisorischen Rats, entwickelte angesichts der überwiegend politischen Aufgaben, die sie seit der Gründung der Neuen Republik zu erfüllen hatte, ähnlich ihrer Mutter Padmé Amidala eine Vorliebe für abenteuerliche Missionen an der Front. Um dennoch ihre Sicherheit gewährleisten zu können, ließ der Provisorische Rat einen großen Teil seines militärischen Etats in das Projekt Lockvogel umleiten. Das neu gesetzte Ziel des Projekts war die Erschaffung eines Humanoiden Repilkantendroiden, der Leia Organa darstellte, um die als künftige Staatschefin gehandelte Politikerin durch ein Double vor Gefahrensituationen zu schützen.[10] Der Droide sollte sie im Provisorischen Rat vertreten, während die Alderaanerin an gefährlichen Feldeinsätzen teilnahm. Im Jahr 5 NSY gelang Fandar und Fugo die Erschaffung eines Replikantendroiden, den sie als Leia Organa II bezeichneten.[12] Allerdings erwies sich der Droide als ungelenk und verfügte über eine Persönlichkeitsmatrix, die nicht einmal ansatzweise mit den komplexen Persönlichkeiten der von Thrumble und Simonelle entwickelten Exemplare konkurrieren konnte.[3] Auch die Fähigkeiten des Replikanten für die autonome Entscheidungsfindung reichten nicht an Guris Programmierung heran.[13]

Leia Organa II tötet Trioculus.

Die Chadra-Fan-Wissenschaftler baten die Staatschefin Mon Mothma sowie eine kleine Delegation bestehend aus Leia Organa, Han Solo, Luke Skywalker und Ken zu einer Demonstration ihres Prototypen in ihre Labore im Mount Yoda. Zwar zeigten sich alle Zuschauer zunächst beeindruckt[12] von der scheinbar perfekten Nachbildung der Prinzessin sowie ihrer Gestik und Mimik.[4] Als die Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit der in den Augen des Droiden verbauten Hochenergielaser-Waffensysteme zu demonstrieren versuchten,[12] kam es jedoch zu einer Fehlzündung.[14] Der Replikant wandte sich gegen seine Erbauer und beschoss statt eines metallischen Zielgegenstands die transparente Wand, hinter der die Ingenieure und die Delegation Schutz gesucht hatten. Ein Schuss durchschlug die Barriere und traf das linke Herz des Entwicklers Fugo, was für den Chadra-Fan eine lebensgefährliche Verletzung darstellte, die nur durch die Transplantation eines Spenderorgans zu kurieren war. Es zeigte sich, dass die Fehlfunktion von einer fehlerhaften Kalkulation der Sensorrate und des Explosionsradius herrührte. Daher programmierte Fugo den Hochenergielaser des Replikantendroiden, der dem eines P-Turm 1.4 FD entsprach, auf eine variable Sensorrate von 55 und einen Explosionsradius von über 20 mit einer Ionisation von V-150. Tags darauf träumte Triclops, der von der Neuen Republik gefangen gehaltene Sohn des verstorbenen Imperators Palpatine, in seiner Einzelzelle im SPIN-Hauptquartier DRAPAC von exakt diesen technischen Spezifikationen. Der humanoide Mutant hatte zuvor eine Vielzahl imperialer Waffen erträumt, die auf Basis seiner im Schlaf ausgesprochenen Spezifikationen entworfen und entwickelt worden waren. Da Triclops im Schlaf sprechend auch die von Fugo vorgenommenen Anpassungen an Leia Organa II exakt wiederzugeben vermochte, vermutete der Chadra-Fan einen feindlichen Spion in seinen Laboratorien, während der Jedi Luke Skywalker die Träume einer besonderen Begabung für die Macht zuschrieb. Als einen ersten Feldeinsatz sollte Leia Organa II Han Solo auf einem Flug von der Hologramm-Spaßwelt nach Tatooine begleiten. Solo erkannte den Droiden als solchen, da er nicht dazu in der Lage war, eine Frage über den Verlobungsring zu beantworten, den er der echten Leia Organa zu schenken beabsichtigte. Als Leia Organa kurz danach in imperiale Gefangenschaft geriet und mit dem Kriegsherrn Trioculus vermählt werden sollte, gelang es Solo, Skywalker und Ken, die echte Leia kurz vor der Hochzeitszeremonie durch den Replikantendroiden auszutauschen. Sobald sich Trioculus in der Reichweite ihres Hochenergielaser-Waffensystems befand, eröffnete Leia Organa II das Feuer und tötete den imperialen Machthaber, bevor sie selbst von dem Großmoff Bertroff Hissa zerstört wurde.[12] Da sich die von Fandar und Fugo entwickelten Replikantendroiden als zu unberechenbar und gefährlich erwiesen, brach die Neue Republik das Projekt Lockvogel nach der Zerstörung von Leia Organa II endgültig ab.[4]

Während die Neue Republik ihre Experimente mit Humanoiden Replikantendroiden aufgab, erzielte Simonelle[3] innerhalb der folgenden 25 Jahre[6] einige weitere Erfolge auf dem Forschungsgebiet. Einige Jahre nach Simonelles und Thrumbles Tod ließ sich der Unternehmer Slanton Rendar auf dem Planeten Onadax im Minos-Sternhaufen nieder und übernahm die Forschungen beider Ingenieure. Mittels eines von der Technisierung der Ssi-ruuk abgeleiteten Verfahrens bot Rendar den Transfer des Bewusstseins seiner Kunden in die Körper Humanoider Replikantendroiden an. Der Unternehmer gründete die Firma Onadax Droid Technologies und vermarktete seine Geschäftsidee als das Geheimnis des ewigen Lebens.[3] Einige Zeit vor der Invasion der Yuuzhan Vong in der bekannten Galaxis erwarb Rendar die Überreste von Guri und ließ sie für seine Zwecke umprogrammieren.[15] Mit der Unterstützung der Invasoren und der Ssi-ruuk stellten sie einen Replikantendroiden des bakuranischen Premierministers Molierre Cundertol her.[6] Die Droidenfabrik von Onadax Droid Technologies wurde im Jahr 28 NSY kurz nach der Zerstörung von Clundertols Replikanten von der Jedi-Ritterin Jaina Solo vernichtet.[15]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Das Projekt Lockvogel wurde erstmals in dem Jugendroman Mission from Mount Yoda der Reihe Jedi Prince erwähnt und bildet in dem Nachfolgeroman Queen of the Empire eines der zentralen Handlungselemente. Im Rahmen des Multimediaprojekts Schatten des Imperiums entschieden sich die Verantwortlichen dazu, die Hintergrundgeschichte des Humanoiden Replikantendroiden Guri mit dem Projekt Lockvogel zu verknüpfen. Dabei wird das Projekt in dem Begleitwerk The Secrets of Star Wars – Shadows of the Empire und dem Rollenspielbuch Shadows of the Empire Sourcebook als Ursprung von Guris Entwicklung erwähnt. Allerdings führte diese Verknüpfung zu chronologischen Verwerfungen, die spätere Begleit- und Nachschlagewerke teils noch weiter trieben. Zum einen wird Guris Alter in der Romanadaption von Shadows of the Empire mit zehn Jahren angegeben, womit die Droidin fünf Jahre älter wäre als die Rebellion, aus deren gescheiterten Rüstungsprojekten sie hervorgegangen sein soll. Darüber hinaus bezeichnet Das offizielle Star Wars Fact File das Projekt etwa als Unternehmung der Neuen Republik, aus deren Scheitern später Guri entstand. Allerdings wurde die Neue Republik erst ein Jahr nach Guris Auftritt in Schatten des Imperiums gegründet. Derselbe Widerspruch findet sich auch in der Kurzgeschichte Die den Tod auslachen. Das Nachschlagewerk The New Essential Guide to Droids löst diesen Bruch der Chronologie teilweise auf, indem es das Projekt beiden Organisationen zuschreibt und Finanzierungsprobleme der Rebellion als Grund für seine zeitweise Aussetzung zwischen der Entwicklung Guris und den Ereignissen aus Queen of the Empire nennt. In dem vorliegenden Artikel wird daher davon ausgegangen, dass es sich bei dem Projekt Lockvogel ursprünglich um ein Unterfangen der Rebellion handelte, das zeitweise ruhte und mit den Ereignissen aus der Jedi-Prince-Reihe wieder aufgegriffen wurde. Unter Ignorierung von Guris Alter wurden ihre Ursprünge aus den Blaupausen der Rüstungsinitiative an dem chronologisch frühestmöglichen Zeitpunkt platziert.
  • Der Begriff „Project Decoy“ wurde in diversen Quellen unterschiedlich übersetzt. In dem Nachschlagewerk Das große Star Wars Universum von A-Z wurde der Begriff als „Lockvogel-Projekt“ wiedergegeben. Die Star Wars Enzyklopädie verwendet dagegen den Begriff „Allianz-Projekt Lockvogel“ in dem Eintrag zu Menschlichen Replikantendroiden und „Projekt Lockvogel“ in dem Abschnitt zu Fandar. Der Eintrag zu dem Projekt selbst ist hingegen mit „Decoy-Projekt“ überschrieben. Die Diskrepanzen lassen sich mit der Übersetzung des Nachschlagewerks durch drei verschiedene Übersetzer – Thomas Ziegler, Antje Görnig und Heinz Nagel – erklären. Der Roman Der verschollene Planet und die Kurzgeschichte Die den Tod auslachen verwenden beide den Begriff „Projekt Lockvogel“, der als verbreitetste und dem Original nächste deutsche Übersetzung als Titel dieses Artikels gewählt wurde.