Das Erwachen der Macht/Review2

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Die Macht Erwacht.svg


Nach dem spoilerfreien Review zu Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, meine Gedanken über den Film aufzuschreiben und in ein vollständiges Review zu verwandeln. Falls ihr mit mir über den Film oder mein Review diskutieren wollt, könnt ihr mich gern im IRC-Chat oder per Mail kontaktieren.

Vorbemerkungen[Bearbeiten]

Zunächst einmal möchte ich bei diesem Review erläutern, welche Erwartungshaltung ich bezüglich dieses neuen Star-Wars-Films hatte. Es dürfte den Autoren und einigen Lesern unseres Wikis hinlänglich bekannt sein, dass ich kein Fan des neuen Kanons bin. Obwohl es bereits seit der Ankündigung der neuen Filme auf der Celebration Europe II im Jahr 2013 zu vermuten war, hat insbesondere der Kanonschnitt am 28. April 2014 meine Haltung gegenüber diesem Neubeginn nachhaltig negativ geprägt. Ich möchte davon absehen, dies hier ausführlich abzuhandeln, jedoch sind einige Kernpunkte für dieses Review relevant.

Meiner Meinung nach hätten die Autoren und Filmemacher in ihrer hochgelobten Kreativität ohne weiteres Wege finden können müssen, um das seit über 30 Jahren mühsam erarbeitete Erweiterte Universum zu bewahren und die Filme so zu gestalten, dass kein Neueinsteiger oder reiner Anhänger der Filme etwas unbedingt gelesen haben müsste. Viel mehr noch bestätigen der Lauftext und die über weite Strecken von Episode VII fehlenden Hintergrundinformationen diese meine These. Das EU hatte seine Höhen und seine Tiefen, doch dies gehört zu einem so ausgeprägten und im Vergleich zu anderen Franchises riesigen Universum, spiegelt es doch in einer Art Mikrokosmos die Sternstunden und Tiefpunkte unserer eigenen, realen Geschichte in Film-, Literatur-, Comic- und Videospielform wider. Auf die unzähligen Sach- und Quellenbücher mit ihren eigenen dezidierten Formen des „World Buildings“ möchte ich gar nicht erst eingehen. Schon The Clone Wars in seiner Doppelrolle sowohl für die Legends als auch für den Kanon tänzelte auf beiden Seiten eines schmalen Grades zwischen Respekt für bereits vorhandene Geschichten und massiven Veränderungen oder sogar kompletten Neufassung lange etablierter Teile des Universums. Mit Rebels und den neuen Kanon-Romanen war dann der Punkt für mich erreicht, an dem ich diesen neuen Teil von Star Wars komplett zugunsten „meines“ Erweiterten Universums, allen voran meine Lieblingsepoche der Alten Republik, sowohl inhaltlich als auch qualitativ weitgehend ignoriert habe.

Entsprechend waren meine Erwartungen an den neuen Film gering. Selbstverständlich ist es auch mir nicht möglich, die neuen Filme komplett zu ignorieren, was am allgemeinen Hype, den vielen von mir geschätzten Schauspielern und nicht zuletzt meiner Rolle hier im Wiki liegt. So war ich dankbar dafür, dass ich mit der Pressevorstellung am Dienstag bereits die Gelegenheit hatte, vor den meisten anderen den Film sehen zu dürfen, ohne mir schon die verschiedensten Kommentare und Reviews (oder Spoiler) anderer anhören bzw. durchlesen zu müssen. Ich habe jedoch nie daran gezweifelt, dass dieser Film erfolgreich sein und die Saga (wie auch immer) angemessen fortsetzen wird. Nichts anderes war ohnehin für Disney allgemein und die Macher im Speziellen geboten. Unstrittig war ebenfalls, dass ich mich von der Atmosphäre des Films mitreißen lassen würde – meine Güte, es ist STAR WARS! Eine Sache, der ich einen Großteil meiner Freizeit (und manchmal auch Nerven) widme!

Auf allgemeine Dinge zum Film, die mein spoilerfreies Review bereits abdeckt, sowie auf die Handlung des Films werde ich nur bedingt an den passenden Stellen nochmals zu sprechen kommen. Letztere kann man seit Donnerstagnacht um ca. 4 Uhr im Artikel zu Das Erwachen der Macht ohnehin nachlesen. Im Folgenden werde ich also auf einige Punkte eingehen, die von allgemeinem Interesse sind, vor allem aber meine persönlichen Highlights und die unweigerlichen Kritikpunkte in den Fokus dieses Reviews stellen. Bitte vergesst nicht, dass ich den Film in englischer Sprache gesehen habe, also kann ich zur Synchronisation noch nichts sagen.

Top und Flop[Bearbeiten]

Ich beginne mal mit einer Liste meiner Highlights:

  • Pro.svg Pro: Allgemein die Platzierung von Humor und lustigen Sprüchen.
  • Pro.svg Pro: Charaktere: Poe Dameron, BB-8 und die klassischen Charaktere sowieso.
  • Pro.svg Pro: Der Fokus auf die neuen und sehr nahbaren Charaktere sowie ihre Schauspieler.
  • Pro.svg Pro: Maz Kanata und ihre klare Stimme.
  • Pro.svg Pro: Die verdammten Luftkämpfe!
  • Pro.svg Pro: Sowie die vielen Handlungs- und Set-Elemente, die sofort Nostalgie hervorrufen.
  • Pro.svg Pro: Die undramatische Präsentation von Wendungen.
  • Pro.svg Pro: Allgemein die vielen kleinen Details, die den Film lebendig und sehenswert machen.

Meine größten Kritikpunkte folgen:

  • Kontra.svg Kontra: Starkiller-Basis und die Zerstörung des Hosnian-Systems – nein, danke!
  • Kontra.svg Kontra: Zu viel Nostalgie und zu viele recyclete Handlungselemente stören generell.
  • Kontra.svg Kontra: Das gleichzeitige und fast vollständige Fehlen jeglicher Erwähnung von Dingen im Zusammenhang mit den Prequels.
  • Kontra.svg Kontra: Warum erwähnt eigentlich nicht mal einer, dass da eben Milliarden Lebewesen getötet wurden?
  • Kontra.svg Kontra: Die fehlenden Hintergrundinformationen zur Vorgeschichte und der aktuellen Situation der Galaxis.
  • Kontra.svg Kontra: (Scheinbar) verschenktes Potenzial von Charakteren, insbesondere Phasma.
  • Kontra.svg Kontra: Han Solos Tod, verdammt nochmal! :(
  • Kontra.svg Kontra: Außerdem diverse kleinere Logiklöcher.

Meine Erwartungshaltung im Realitätscheck[Bearbeiten]

Eine Komödie ist Das Erwachen der Macht definitiv nicht. Der Film ist eher erwachsen im Umgang mit ernsten Themen, versteht es gleichzeitig jedoch wunderbar, an den richtigen Stellen durch lustige Kommentare, Mimik und Gestik sowie einer Spur Selbstironie – eben typisch für alle Star-Wars-Filme – die potenziell lebensbedrohlichen Situationen, in denen sich die Protagonisten befinden, aufzulockern, ohne diese ins Lächerliche zu ziehen. Wie ich bereits schrieb, zeigt sich so etwas besonders schön dadurch, dass Charaktere in einer Situation aussprechen, was ich denke. Bereits das erste Zusammentreffen von Poe Dameron und Kylo Ren am Anfang des Films erfüllte meine Erwartungshaltung diesbezüglich völlig, denn aufgrund der englischen Sprache und der Verzerrung seiner Stimme konnte ich die ersten Worte des Bösewichts kaum verstehen - was Poe dann sofort ausspricht. Auch der Staring Contest zuvor und Poes ironischer Spruch machten für schon wenige Minuten nach dem Lauftext deutlich, dass der Humor des Films mit meinem kompatibel sein würde.

Gehen wir noch einmal zurück an den Anfang. Ich hatte mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht, wie der Film überhaupt nach dem Lauftext beginnen würde. Doch schon die gelbe Schrift vor dem Sternenhintergrund überraschten mich doppelt: Zunächst prangte da ein deutlich lesbarer Schriftzug „Episode VII“ – eine Sache, die zuvor eher vermieden wurde – und dann wird an dieser Stelle sofort auf das Verschwinden Luke Skywalkers eingegangen. Das hatte ich eindeutig nicht erwartet. Ich hatte zwar immer gehofft, in einer Sequel-Trilogie mit neuen Jedi unter Lukes Führung rechnen zu können, die sich gemeinsam mit den neuen Kernprotagonisten einer Bedrohung stellen müssen, doch dass diese Hoffnung bereits hier zunichte gemacht wurde, war für mich irgendwie seltsam irrelevant. Dieses Gefühl der nicht erfüllten Erwartungen trat tatsächlich während des gesamten Films in den Hintergrund, so fesselnd war die sich entfaltende Story. Dennoch erschien mir vor allem im ersten Drittel des Films das Tempo eher gemächlich, sodass ich mich bekanntlich fragte, wie viel Zeit überhaupt noch bis zum Ende blieb – ich konnte ja nicht einmal auf die Uhr schauen, da wir alle elektronischen Geräte vorher abgeben mussten. Nein, zu keinem Zeitpunkt fühlte sich das Tempo des Films falsch an, einzig die Rückkehr nach dem Sieg über die Starkiller-Basis kam meiner Meinung nach etwas kurz.

Doch zurück zum Anfang. Wie beginnt man die epische Fortsetzung einer legendären Hexalogie? Dies fragte ich mich noch, als zu meiner großen Genugtuung bereits die Bugspitze des Sternenzerstörers Finalizer sich vor die Silhouette eines Planeten oder Mondes im Jakku-System schob. Wie bei Eine neue Hoffnung und doch offensichtlich anders, denn hier zuckten keine Geschosse durchs All sondern vier Truppentransporter machten sich auf den Weg zur Oberfläche des neuen Wüstenplaneten.

An dieser Stelle bietet es sich an, auf den Einsatz von CGI zu sprechen zu kommen. Die Landesequenz der Fähren wurden diesmal wie erwartet ohne Schnörkel, das heißt rein-runter-raus, also wie auch in anderen Filmen mit militärischen Aktionen gehandhabt, was deutlich realitätsnäher wirkt als noch bei den Prequels oder The Clone Wars. Generell fallen die computergenerierten Inhalte selten übermäßig ins Auge, alles verschmilzt ordentlich mit den handwerklich einwandfreien Sets. Nicht selten fragt man sich vor allem im Inneren der Starkiller-Basis, wie viel von den Kulissen real angefertigt und wie viel im Computer erstellt wurde.

Kommen wir damit zu einem meiner Highlights: Die Luft- und Raumkämpfe. Sowas habe ich schon immer geliebt, neben den Lichtschwertkämpfen. Die Spiele der Rogue-Squadron-Reihe gehören immer noch zu meinen Allzeitfavoriten. Entsprechend glücklich bin ich also über die Umsetzung dieser Sequenzen, die rasant und mit halsbrecherischen Manövern inszeniert wurden. Dies fängt bereits bei der Flucht von der Finalizer an, setzt sich bei der Verfolgungsjagd des Millennium Falken über Jakku fort, erreicht seinen Höhepunkt beim Eingreifen des Widerstands auf Takodana und erhält einen glaubhaften und würdigen Abschluss beim Angriff auf die Starkiller-Basis. Bitte, bitte, bitte gebt mir in den zukünftigen Filmen mehr davon!

Die Charaktere[Bearbeiten]

Wunderbar ist übrigens auch, wie sich unsere neuen Protagonisten, insbesondere Poe, über ihre Erfolge und Abschüsse freuen. Wie kann man Menschen schneller zusammenschweißen als an den (ungewohnten) Kontrollen eines Raumschiffs oder seiner Bordgeschütze? Dieser Film zeigt es auf humorvolle und sympathische Weise. So verleiht Poe dem bislang namenlosen Sturmtruppler FN-2187 kurzerhand einen neuen Namen („Finn“), noch bevor sie überhaupt an das Abschütteln der Verfolger denken können.

Generell werden Poe und Finn sowie später dann auch Rey als sehr nahbare Charaktere dargestellt, die man sofort ins Herz schließt. Man merkt ihnen ihre Unterschiedlichkeit an, was sie jedoch zu einem guten Team macht, obwohl Poe leider über weite Strecken des Films nicht an der Seite der anderen agiert.

Poe Dameron[Bearbeiten]

Der beste Pilot des Widerstands Poe Dameron (Oscar Isaac) ist der älteste der drei Protagonisten, was sich in seiner Professionalität infolge seines Dienstes im Widerstand zeigt. Obwohl er selber eine oder zwei Staffeln unter seinem Kommando hat, vereint er die Eigenschaften mehrerer Rebellen-Piloten in seiner Person, wie beispielsweise das Geschick von Wedge Antilles, den Humor eines Wes Janson und die taktische und kämpferische Expertise Tycho Celchus im Bodenkampf.

Was ihn jedoch besonders sympathisch macht, ist die Tatsache, dass er sich selbst am meisten über seine Abschüsse und Flugmanöver freut. Völlig zu recht, wie ich finde. Weitere Pluspunkte sind seine Freundschaft zu BB-8, sein taktisches Wissen und seine waghalsigen Flugmanöver. Mein Favorit in diesem Film und jemand, von dem ich definitiv mehr sehen will.

Finn[Bearbeiten]

Doch die anderen Charaktere stehen ihm in ihrer Eigenständigkeit nur in wenig nach. Als nächstes lernen wir Finn (John Boyega) kennen, der noch als namenloser Sturmtruppler sein Gewissen entdeckt und sich trotz jahrelanger Konditionierung weigert, wehrlose Zivilisten zu töten. Das beschert ihm umgehend die Aufmerksamkeit Kylo Rens und Captain Phasmas, hält ihn jedoch nicht davon ab, „das Richtige zu tun“ – was sich jedoch anfangs eher als Fluchtreflex denn als Heldentum präsentiert. Er befreit Poe aus der Folterkammer, woraufhin dieser trotz Finns Beteuerungen folgerichtig feststellt, dass dieser keinen Plan hat und ihn als Piloten benötigt. Kein Problem, kann man mit arbeiten. Die Fronten zwischen den beiden sind klar, doch für eine Freundschaft ist dies kein Hinderungsgrund, was sich sofort im beengten Cockpit des TIE-Jägers erweist.

Im Film nimmt Finn meiner Meinung nach die Rolle ein, in der sich der Zuschauer am ehesten wiederfinden kann: Er kannte nur die Sturmtruppenausbildung, ist quasi neu in der großen, ihm unbekannten Galaxis, trifft erstmals auf Leute außerhalb der Ersten Ordnung und bekommt es mit dem Konflikt zwischen Gut und Böse zu tun. Demnach kann man das Ablegen seiner weißen Sturmtruppenrüstung gleichsam als ein Schlüpfen aus dem Ei einer beschränkten Welt begreifen (Danke, Daniela!), die auch die Ablegung seiner Konditionierung beinhaltet.

Sein Gewissenskonflikt setzt sich bis zu dem Punkt fort, als er Zeuge des Tods von Han Solo wird (siehe unten): Wiederholt kämpft sein neu entdeckter, teils panischer, Fluchtreflex mit einem ebenso erwachten Heldenmut, was sich in verschiedenen Situation widerspiegelt: Er befreit Poe, benötigt eigentlich nur einen Piloten, tut damit jedoch tatsächlich „das Richtige“. Er gibt sich gegenüber Rey und BB-8 als Widerstandskämpfer aus, um von Jakku und vor der Ersten Ordnung fliehen zu können, will jedoch seine neuen Freunde vorher in Sicherheit bringen.

Schließlich gibt er seine Lüge zu und dem Drang zur Flucht nach, erweist sich jedoch beim Angriff auf Maz Kanatas Schloss als verlässlicher Freund und eilt seinen Kameraden zur Hilfe. Ein Umstand, der von Maz dadurch gewürdigt wird, dass sie ausgerechnet ihm das Lichtschwert von Anakin Skywalker anvertraut. Doch der Zwiespalt ist noch nicht beendet: Dem Widerstand gibt er die benötigten Informationen zum Gegenangriff, verschweigt jedoch geflissentlich, dass er nur die von Kylo Ren gekidnappte Rey befreien will. Dennoch ist er eine „ehrliche Haut“, denn er gibt diese Dinge unumwunden zu, sobald er damit konfrontiert wird.

Vergessen ist sein innerer Konflikt ab dem Moment, in dem Kylo Ren Han Solo tötet, was man auch an seiner Reaktion erkennen kann. Im verschneiten Wald stellt er sich dem Dunklen Jedi ohne Angst und zum Schutze Reys, was ihm schlussendlich durch eine schwere Verwundung am Rücken quittiert wird. Guter Mann! Und werd bitte schnell wieder gesund!

Wunderbar an seiner Charakterisierung ist übrigens, dass er als einziger (mal abgesehen von Han Solo) seinem Unverständnis darüber Ausdruck verleiht, warum alle Leute zur Wüstenwelt Jakku zurückkehren wollen – ein Umstand, der Langzeitfans bereits seit Jahrzehnten in Bezug auf Tatooine umtreibt. Danke dafür!

Rey[Bearbeiten]

Kommen wir nun zu Rey (Daisy Ridley), der neuen Frau im Ensemble. Auch sie hat über lange Zeit isoliert von der Außenwelt gelebt und musste sich auf Jakku einem harten Überlebenskampf stellen. Entsprechend gut kann die junge Frau auf sich selbst aufpassen, was sie dem schon zum Eingreifen bereiten Finn eindrucksvoll demonstriert, als sie Unkar Plutts Schläger ohne Probleme verprügelt. Eine starke Frau, ganz in der Tradition von Star Wars, auch wenn Padmé und Leia noch eher dem Klischee der Prinzessin in Not entsprachen, was Rey so gar nicht erfüllen will. Auf jeden Fall das richtige Zeichen heutzutage.

Trotz ihrer Lebenserfahrung und technischen wie fliegerischen Begabung träumt sie wie einst Luke Skywalker von einem Leben als Raumreisende, was insbesondere bei der Szene deutlich wird, in der sie das aufsteigende Raumschiff beobachtet und dabei einen ramponierten Helm eines Rebellen-Piloten aufsetzt. Ihre romantischen Vorstellungen werden kurz darauf mit der harten Realität konfrontiert, jedoch von Han Solo später auch zum Teil validiert, denn er bestätigt ihr, dass all die Legenden, die sie gehört hat, der Wahrheit entsprechen.

Dennoch stürzt sich die junge Frau nicht übereifrig auf die sich ihr bietende Chance, zu tief ist der Schmerz darüber, von ihren Eltern auf Jakku zurückgelassen worden zu sein, zu groß der Wunsch, dort auf ihre Rückkehr zu warten. Konfrontiert mit einem noch größeren Schicksal – sie ist offenbar machtempfänglich und soll von Maz Kanata das Lichtschwert erhalten, dass einst Anakin und Luke Skywalker gehörte – ergreift nun sie die Flucht, die resolute, eigenständige Frau, die zuvor gegenüber Finn und Han ihre Prinzipien verteidigt. Dies wirkt glaubwürdig – zu viel strömt in zu kurzer Zeit auf sie ein. Später kann sie Kylo Rens Befragung mit der Macht widerstehen und sich mittels ihrer rudimentären Machtfähigkeiten befreien, wobei sie sich auf bekanntem Terrain wiederfindet. Geschickt nutzt sie ihr technisches Wissen, um den Suchtrupps zu entgehen, was sie schließlich wieder mit Han, Chewie und Finn zusammenführt.

Als schicksalhaft erweist sich auch für sie Han Solos Tod durch Kylo Ren, war er nicht zuletzt durch das Jobangebot auf dem Falken zu einer Art Ersatzvater für sie geworden, weshalb sie diese Entwicklung noch härter trifft als Finn. So geht sie im Wald ungestüm auf Ren los, der sie kurzerhand ausknockt. Erst als dieser mit Finn fertig ist und das Lichtschwert in seine Gewalt bringen will, akzeptiert sie ihr Schicksal (Erbe?) vollends und kann den angeschlagenen Dunklen Jedi nicht völlig ohne Schwierigkeiten, jedoch entschieden besiegen.

Schließlich ist es Rey, die von Leia erwartet wird, wobei sich beide gegenseitig Trost über den Verlust Hans spenden. Folgerichtig führt sie stellvertretend die Suche nach Luke Skywalker zu Ende, indem sie mit Chewbacca aufbricht und den Jedi schließlich findet. Ein ergreifender Abschluss des Films.

Man kann sicherlich einige Dinge bezüglich Rey kritisch betrachten, brennend ist anfangs jedoch die Frage, wieso sie auf einmal den Falken so problemlos fliegen kann? Ab dem titelgebenden „Erwachen der Macht“ in ihr löst sich diese Frage auf. Es wird mehrmals darauf angespielt, dass sie in Verbindung mit der Skywalker-Familie steht, wobei sich die Vermutung aufdrängt, dass sie Lukes Tochter sein könnte. Entsprechend könnte sie Anakins natürliche Technologieaffinität und das in der Familie berühmte Pilotengeschick (eindeutig verstärkt durch ihre Machtempfänglichkeit) geerbt haben. Zudem kennt sie viele Legenden über Jedi, Sith und das Zeitalter der Rebellion. Somit gelingt ihr gemäß dem „Die Macht ist stark in meiner Familie“ auch der Ausbruch via Gedankentrick und später der Sieg über Kylo Ren, sowohl mental als auch in der direkten Konfrontation mit dem Lichtschwert.

Erneut muss ich urteilen: Sehr glaubwürdig! Ich bin gespannt, wie sich ihr Charakter in Zukunft weiterentwickeln wird.

Kylo Ren[Bearbeiten]

Der letzte zentrale Charakter des Films ist schließlich Kylo Ren (Adam Driver). Seine Motivation ist unklar, selbst am Ende des Films, warum genau er zur Dunklen Seite fiel, wird nicht thematisiert und mit einem Verweis auf den Obersten Befehlshaber Snoke und die Ritter von Ren abgeschlossen. Seine Identität ist zunächst unbekannt, wird jedoch nach und nach im Verlauf des Films enthüllt. Eine große Wendung wie das „Ich bin dein Vater“ erwartet man jedoch vergeblich, haben sich die Filmemacher hier dazu entschieden, die Erkenntnis dem Zuschauer stückchenweise zu präsentieren. Wie ich bereits schrieb, halte ich diese Entscheidung für interessant und eine nette Abwechslung, da die handelnden Charaktere ohnehin bereits Bescheid wissen und durch die undramatische Art – einiges wird nur im Nebensatz erwähnt – dem Zuschauer so normal dargestellt, wie es für die Figuren ist.

Zu Beginn des Films erfährt man zunächst nur, dass Kylo Ren ein Schüler Luke Skywalkers war, der zur Dunklen Seite fiel, dessen andere Schüler tötete und den Jedi so in ein selbstgewähltes Exil trieb. Nach der Begegnung der Protagonisten mit Han Solo enthüllt Snoke, dass der Schmuggler Rens Vater ist. Vor dem Angriff auf Maz Kanatas Schloss erfahren wir dann, dass der gefallene Jedi unter Selbstzweifeln leidet und Darth Vader um Hilfe und Beistand anfleht, bevor nach der Entführung Reys enthüllt wird, dass Leia seine Mutter ist und die Verehrung Vaders in ein neues Licht rückt. Die finale Enthüllung und den kurz darauf folgenden dramatischen Höhepunkt des Films stellt die Nennung seines richtigen Namens durch Han dar: Ben Solo. Kurz darauf wird der Schmuggler schon zum Entsetzen seiner Gefährten und seiner weit entfernten Frau vom eigenen Sohn mit dem Lichtschwert durchbohrt und stürzt in den kilometertiefen Schacht des Bunkers. Damit ist das Bild des Bösewichts für den Moment vollständig, das folgende Duell zunächst gegen Finn, dann gegen Rey sowie seine Niederlage mehr oder minder Formsache.

Doch wie ist sein Charakter und diese Entwicklung zu bewerten? Widmen wir uns zunächst dem dramatischen Höhepunkt, dem Tod Han Solos durch den eigenen Sohn. Das Gerücht, dass der Schmuggler ins Gras beißen würde, kursierte schon seit dem Bekanntwerden der Verpflichtung Harrison Fords. Dennoch gelingt es in der entscheidenden Szene den Filmemachern, bis zuletzt die Zweifel bzw. die Hoffnungen der Zuschauer aufrechtzuerhalten, wodurch der Moment der Wahrheit das nötige Gewicht erhält. Auch der in Stellung gehende Sturmtruppler trug zur Unsicherheit bei, denn hierdurch wurde noch eine Möglichkeit eröffnet, wie sich die Szene entwickeln könnte. Ich war zwar darauf vorbereitet, emotional gepackt haben mich jedoch viel mehr die Reaktionen Chewies, Finns und Reys sowie vor allem Leias. Man muss anerkennen, dass die Situation keine Lethargie erlaubte, sodass das Trauern auf später verschoben werden oder komplett off-screen stattfinden musste. Solo selbst wäre dies sicherlich recht gewesen.

Wirkte Kylo Rens bzw. Ben Solos Verhalten bis hierhin noch chaotisch und diffus, machte für mich alleine die Szene auf dem Steg klar, wie tief sein innerer Konflikt reichte. Eine weitere Konstante in dieser Hinsicht waren auch die Wutausbrüche gegen das Mobiliar zweier Räume und die leicht selbstironischen Reaktionen ihrer Zeugen, wobei ich mir beim ersten Mal sicher war, dass der Offizier Bekanntschaft mit der Klinge machen würde („Don’t shoot the Messenger!“). Die beiden patrouillerenden Sturmtruppen, die sich kurz anblicken und dann lieber doch einen anderen Weg einschlagen, schießen dabei den Vogel ab.

Weitere Charaktere[Bearbeiten]

BB-8 ist wohl der niedlichste Droide, den ich bislang in Star Wars erlebt habe. Ich hatte ihn bereits als „Droiden-Welpe“ bezeichnet, doch das klammert in gewisser Weise sein fast menschliches Verhalten in manchen Situationen aus. Ein wirklich sympathischer kleiner Geselle, dessen großes Vorbild R2-D2 ist und den man unbedingt in Aktion erleben muss.

General Hux (Domhnall Gleeson) hat im Film ebenfalls eine passabel große Rolle, verkörpert er doch den ideologischen und kommandierenden Mittelpunkt der Führung der Ersten Ordnung. Im Aussehen eindeutig an Goebbels erinnernd, hält er zunächst eine diffamierende Rede gegen Republik und Widerstand und lässt dann in bester Tarkin-Manier den derzeitigen Sitz der Republik, Hosnian Prime, auslöschen. Auch im Umgang mit Offizieren und insbesondere gegenüber Kylo Ren kommt seine herablassend-arrogante Art sehr gut zur Geltung, die sein vorzeitiges Verschwinden von der Starkiller-Basis am Ende des Films umso glaubwürdiger machen.

Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir auch Maz Kanata (Lupita Nyong’o), die mit ihrer klaren Stimme eine angenehme Abwechslung zu den mehr oder minder schweren Akzenten oder dem Genuschel einiger anderer Darsteller bildete. Auch der Charakter an sich ist mehr als sympathisch und ich vermute, dass sie in Zukunft eine Art Yoda-Rolle einnehmen wird, obwohl sie selbst nie eine Jedi war.

Der Oberste Anführer Snoke (Andy Serkis) erscheint im Film als überlebensgroßes Hologramm, dessen Erscheinung kurz gesagt an Palpatine erinnert. Ob der echte Snoke tatsächlich so aussieht wie sein Hologramm oder ein komplett anderes Erscheinungsbild hat, bleibt abzuwarten. Auch seine Rolle beschränkt sich auf die Palpatines in Das Imperium schlägt zurück, also sind die Parallelen nicht von der Hand zu weisen. Mich persönlich erinnerte er nicht zuletzt wegen Blue Milk Special an den Supreme Leader der Zylonen, abzüglich der Brokkoli-Frisur. ;)

Captain Phasma (Gwendoline Christie) kommt in diesem Film erstaunlich wenig vor, erfreute sich jedoch im Vorfeld nicht zuletzt wegen ihrer glaubhaften wie glänzenden Darstellung in Ganzkörperrüstung großer Beliebtheit. Dass sie sich recht unspektakulär ausknocken, zum Senken des Planetenschildes bewegen lässt und schließlich im nächsten Müllschacht entsorgen lässt, hat sicherlich viele überrascht oder sogar verärgert. Für mich erscheint es jedoch inzwischen als sicher, dass sie hier die Boba-Fett-Rolle aus Eine neue Hoffnung übernimmt, also präsent ist, jedoch eine eigene Chance zum Glänzen in einem der zukünftigen Filme erhalten wird. Folgerichtig verzeihe ich dem Film auch den geringen Einsatz der Figur, zumal der vollgepackte Film den Fokus auf einen weiteren starken neuen Charakter auch nicht angemessen hätte leisten können.

Charaktere der Klassischen Trilogie[Bearbeiten]

Zuletzt möchte ich noch auf die Helden der Klassischen Trilogie eingehen, die meines Erachtens nach alle angemessen eingesetzt wurden. In der Reihenfolge des Auftretens:

Han Solo (Harrison Ford) hat neben Chewie die meiste Screentime und übernimmt die Mentorenrolle insbesondere für Rey, aber auch für Finn. Dabei hat er nichts von seinem alten Charme verloren – eine angeblich hölzerne Darstellung seitens Fords kann ich anders als andere Rezensenten jedoch nicht bestätigen. Der Fall seines Sohnes hat ihn geprägt; dass er den Falken verloren hat, verwundert auch nicht wirklich. Umso stimmiger ist dann die bekannte Trailer-Szene mit dem Satz „Wir sind Zuhause“. Dennoch ist das Ableben des Charakters zu Bedauern. Ob das mit Blick auf die zukünftigen zwei Filme der Trilogie das letzte ist, was wir von Harrison Ford in dieser Rolle sehen, bleibt abzuwarten.

Chewbacca (Peter Mayhew) ist noch immer an Solos Seite und die Dynamik zwischen den beiden funktioniert noch immer wunderbar, zumal der Wookiee nach meinem Eindruck in der Zwischenzeit etwas frecher und ironischer geworden ist. Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass er sich so einfach seinen Bogenspanner aus der Pranke nehmen lässt...

C-3PO (Anthony Daniels) erfüllt alle klischeehaften Erwartungen, die man an seine Rolle hat. Wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann ist es der Goldjunge und seine unverwechselbare Art.

Leia Organa (Carrie Fisher) tritt diesmal als General des Widerstands auf, eine Rolle, die ihr erstaunlich gut zu Gesicht steht. Auch wenn man bezüglich der Darstellerin möglicherweise Bedenken hatte, sieht sie erstaunlich gut aus und ihr Spiel erfüllt alle Erwartungen an eine gealterte Prinzessin Leia. Gut herausgespielt sind auch ihre unterschiedlichen Rollen, einerseits als verantwortungsvolle General und andererseits als Frau Han Solos und Mutter Kylo Rens. Ähnlich wie ihre Mutter Padmé und ihr Bruder Luke es für Darth Vader taten, ist es diesmal Leia, die für eine Rehabilitierung ihres gefallenen Sohnes einsteht und damit den Gegenpol zu Hans Fatalismus in dieser Hinsicht bildet. In der Szene in der Widerstandsbasis auf D'Qar erfährt man schließlich noch einige Details zu Ben Solos Fall und dass das Paar auf unterschiedliche, ihren Charakteren entsprechende Art und Weise hiermit umgegangen sind. Umso tragischer ist dann die tödliche Enttäuschung der auch in Han neu entflammten Hoffnung auf Versöhnung durch seinen mit sich selbst im Konflikt stehenden und entfremdeten Sohn.

R2-D2 dagegen befindet sich bei seinem ersten Auftreten im Niedrigenergiemodus. Rührend ist hier vor allem BB-8s offenbar erneuter Versuch, ihn aus seinem Winterschlaf zu wecken, sowie C-3POs Erklärung hierzu, die jedoch bereits vermuten lässt, dass sein Zustand eine tiefere Bedeutung hat. Dies wird am Ende des Films enthüllt, als der Droide nach dem bittersüßen Sieg über die Starkiller-Basis erwacht und verkündet, er habe Luke Skywalker gefunden. Kenny Baker steckte dieses Mal nicht mehr selbst im Droiden, stand dem Team jedoch beratend zur Seite.

Letztlich bleibt noch Luke Skywalker (Mark Hamill), der zwar häufig erwähnt wurde und die Feststellung dessen Aufenthaltsorts eigentlicher Antrieb der sich entspannenden Handlung des Films ist, jedoch nur an zwei recht kurzen Stellen überhaupt gezeigt wird. Zunächst sieht man die aus dem Trailer bekannte Szene, in der er seine kybernetische Hand auf R2-D2s Kuppel legt (als Teil von Reys Vision), und schließlich trifft Rey den Jedi auf einer Felseninsel im weiten Meer des noch unbekannten Planeten an, auf dem er seit seines selbstgewählten Exils lebt. Da Hamill hier keine Sprechrolle hat, müssen Mimik, Gestik und Aussehen hier zur Bewertung herhalten, die jedoch stimmig und in großem Kontrast zu seiner derzeit präsenten Rolle als „Trickster“ in der Serie The Flash steht. Eine Assoziation mit Obi-Wan Kenobi (Sir Alec Guinness) ist nicht von der Hand zu weisen. Ich bin gespannt, was wir im nächsten Film der Trilogie von und über ihn erfahren werden.

Ein Neustart?[Bearbeiten]

Beim Anschauen des Films fällt allgemein sofort auf, dass der Zuschauer so gut wie keine Hintergrundinformationen erhält. Während dies den Film zwar für alte wie für neue Fans sofort zugänglich macht, wundert man sich als langjähriger Fan jedoch über das fast vollständige Fehlen von Informationen über die (Neue) Republik, den Widerstand, die Erste Ordnung, die Starkiller-Basis, die Ritter von Ren, die Raumschiffwracks auf Jakku, die Geschichte Maz Kanatas, die Rolle Lor San Tekkas (Max von Sydow) und, und, und... Selbstverständlich werden einige dieser Wissenslücken durch die Sachbücher, Comics und Romane nach und nach gefüllt werden, dennoch hinterlässt das Fehlen zumindest grundlegender Informationen einen faden Beigeschmack, selbst für einen mit dem SW-Universum so vertrauten Fan wie mich.

Es ist durchaus zu begrüßen, dass die Schauplätze komplett neu sind, ebenso wie der überwiegende Teil der gezeigten Aliens. Originalität ist das, was ich vom neuen Kanon erwarte, der Kanonschnitt sollte nicht einfach nur alte Ideen wiederverwerten. Damit kommen wir sogleich zu dem wohl größten Kritikpunkt, den ich an diesem Film habe. Weite Teile der Handlung sind direkte Parallelen zur Handlung der Klassischen Trilogie. Wer den Film gesehen hat, benötigt hier keine Aufzählung, die Ähnlichkeiten sind zu eklatant, um sie nicht wahrzunehmen. Dies trägt in vielen Fällen dazu bei, dass man sich als langjähriger Fan sofort wieder heimisch fühlt, sozusagen dort abgeholt wird, wo man die Galaxis chronologisch zuletzt gesehen hat. Erwähnenswert sind hier z.B. der Millennium Falke, die X-Flügler, die TIE-Jäger und viele Kulissen, die den imperialen wie rebellischen Charme wiederaufleben lassen. Auch im Hinblick auf die Handlung bin ich zufrieden mit den Luftkämpfen, dem kleinen Grabenflug, und einigen anderen Wendungen, die ganz klar Elemente der Episoden IV, V und VI aufgreifen.

Doch dies schlägt leider auch ins Negative um, insbesondere in Bezug auf die Starkiller-Basis, die eine megalomanische Version des Todessterns darstellt und auch nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert. Der Moment, bei dem ich dachte „nicht schon wieder“ und froh war, noch immer in EU bzw. Legends beheimatet zu sein, war jedoch gekommen, als die visuell und dramaturgisch geniale Darstellung des Aufmarschgebiets und der Rede General Hux’ zu einem sinnbefreiten Wiederaufleben des Todessterns wurde, indem mit einem Schlag ein komplettes Sternsystem ausgelöscht wurde.

Hiermit habe ich mehrere Probleme:

  1. Ich bin der Meinung, dass man einen Feind auch ohne Superwaffen als bedrohlich und angsteinflößend darstellen kann. Die Prequels sind ohne diese ausgekommen und selbst die Klassische Trilogie hat die Idee solcher Waffen zweimal als ineffektiv entlarvt.
  2. Auch im EU gab es Superwaffen wie den Sonnenhammer, das Galaxisgeschütz, die beiden Eclipse-Supersternenzerstörer oder die Tarkin. Im Gegensatz zu diesen erscheint mir das zerstören einzelner Planeten, wie es die Starkiller-Basis tut, schrecklich ineffizient – wäre das Sprengen der Sonne nicht deutlich sinnvoller, um ein komplettes System auszulöschen?
  3. Ich hasse es, wenn Planeten oder gar Systeme ausgelöscht werden. Darüber hinwegsehen kann ich bei Alderaan als erschreckendes Beispiel und politischen Schachzug Tarkins oder das Verzehren allen Lebens wie in KotOR und SWTOR durch Darth Nihilus und Vitiate/Valkorion. Doch dieses Mal haben sie es übertrieben.
  4. Die Sprengung des Hosnian-Systems war komplett ohne Auswirkung auf den weiteren Verlauf der Handlung. Der Widerstand erwähnt mit keinem einzigen Wort, dass da gerade Milliarden Lebewesen sowie die politische Führung der halben Galaxis ausgelöscht wurde. Ich wage zu behaupten, dass der Widerstand selbst einmal ohne die Androhung des Einsatzes dieser Superwaffe einen Angriff auf die Station ausgeführt und es exakt dasselbe Ergebnis gehabt hätte.
  5. In einem Nebensatz wird zudem die Ausschaltung der Flotte erwähnt – war die etwa nur in einem einzigen System stationiert?!? Und selbst wenn: Der Energiestrahl musste durch die halbe Galaxis reisen, um einschlagen zu können – warum sind zumindest Teile der Flotte nicht kurzerhand in den Hyperraum gesprungen?

Ironischerweise wird der Vergleich mit dem Todesstern sogar innerhalb des Films von einem der Widerstandskämpfer angestrengt, was durch eine holographische Darstellung auch noch visualisiert wird. Diese Szene fand ich übrigens klasse.

Achja, wieso konnte man übrigens vom Boden auf Takodana aus das Auseinanderbrechen von Hosnian Prime am Himmel sehen? Zwischen den beiden Planeten liegt schließlich knapp eine halbe Galaxis... Doch dies war nicht das einzige Logikloch: Wurde die Starkiller-Basis noch nicht getestet? Sie braucht schließlich die Energie eines Sterns, um zu funktionieren. Und wenn ja: Ist der Planet etwa mobil? Zudem erscheint es als ziemlich schlechte Idee, den eigenen Stern aufzubrauchen, außer man möchte den Kältetod seines Personals in Kauf nehmen.

Zudem fehlte mir als Fan der Prequel-Trilogie der Hinweis auf einige bekannte Planeten, Gruppen oder Konzepte. Die Erwähnung der Klonarmee und die visuelle Ähnlichkeit Hosnian Primes mit Coruscant waren mir bei weitem zu wenig.

Addendum[Bearbeiten]

Ich möchte natürlich nicht die Frage schuldig bleiben, wie es hätte besser gehen können. Kritisieren ohne Verbesserungsvorschläge geht schließlich einfach. Die Existenz der Superwaffe ist zwar nötig, um den Rest des Films nicht völlig umschreiben zu müssen, jedoch hätte alleine die Androhung des Einsatzes komplett gereicht, um einen Gegenschlag zu provozieren. Viel eindrucksvoller und dramatischer hätte man jedoch ein klassisches orbitales Bombardement der aktuellen Hauptwelt Hosnian Prime zeigen können, vielleicht sogar durch eine Kamikaze-Flotte, die gleichzeitig noch einige Schiffe der republikanischen Flotte mit in den Untergang reißt. Dies hätte gleichzeitig den implizierten Fanatismus der Ersten Ordnung herausgestellt und für dramatische Szenen panisch fliehender Einwohner gesorgt. Ebenso wäre der Widerstand hier in die verzwickte Situation geraten, sowohl den potenziellen Überlebenden humanitäre Hilfe zu leisten als auch einen Angriff auf die drohende Gefahr der Superwaffe durchzuführen. Eine ungenutzte Chance, meiner Meinung nach.

8 von 10 Punkten – bleibt es dabei?[Bearbeiten]

Ja, die Bewertung bleibt bestehen. Ich habe mir den Film, seine Handlung und die verschiedenen Reviews und Kommentare auf Facebook oder sonstwo durch den Kopf gehen lassen. Obwohl ich zunächst in Betracht zog, die Wertung noch etwas abzuschwächen, bin ich inzwischen jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass sie noch immer Bestand hat.

Wie ich bereits schrieb, ist der Film der erste in einer neuen Trilogie. Er soll die alten Fans abholen und den neuen einen Einstieg ermöglichen, was ohne Zweifel eindrucksvoll gelungen ist. Die Mischung aus Neuem und Wiederaufgewärmten ist überwiegend gelungen, einzig der obige massive Kritikpunkt trübt das Gesamtbild merklich. Darüberhinaus bin ich in dieser Hinsicht gnädig, da ich hoffe und erwarte, dass das Recyclen von Elementen der Klassischen Trilogie hiermit größtenteils abgeschlossen ist und man sich bei den nächsten beiden Filmen auf nachhaltige Innovationen einlässt. So wäre Das Erwachen der Macht als Parallele, als Reim zu den Inhalten der ersten beiden Trilogien zu verstehen, was immer ein Teil der Narrative von Star Wars gewesen ist. Quasi so, als ob man sagen wollte: „Wir machen das JETZT, damit es uns nicht mehr belastet.“ Bleibt abzuwarten, ob diese Hoffnung erfüllt wird.

Ich bin gespannt, was sich die Verantwortlichen für die nächsten Filme einfallen lassen werden. Gleichsam freue ich mich darauf, mir diese ausschließlich als Fan ansehen zu dürfen, da ich zumindest derzeit kein Interesse daran verspüre, im Wiki über Kanon-Inhalte zu schreiben.

Kurz notiert[Bearbeiten]

  • Waren das jetzt wirklich Ackbar und Nien Nunb? Wenn ja, sind die ja echt gut gealtert!
  • Finn kann ziemlich gut mit dem Lichtschwert umgehen, offenbar wurde er zumindest grundlegend an solchen Waffen ausgebildet.
  • Beim versinkenden TIE-Jäger hatte ich einen Sarlacc erwartet.
  • Wer ist jetzt eigentlich der alte Ben hier? Lor San Tekka oder Luke Skywalker?
  • Offenbar existiert der goldene Arm von C-3PO noch, warum hat er also einen roten?
  • Die Rathtar-Bestien auf Hans Transportschiff haben eine unverkennbare Ähnlichkeit mit den als Zeugl bekannten Monstern aus der The-Witcher-Reihe.
  • Lupita Nyong’os Stimme klingt manchmal wie die deutsche Synchronstimme von Whoopi Goldberg.
  • Hyperraumsprünge in einer Planetenatmosphäre sind noch immer möglich (vgl. TCW).
  • Hyperraumsprünge aus einem anderen Raumschiff heraus sind jetzt offenbar möglich.
  • Ist die Starkiller-Basis jetzt eigentlich dauerhaft ein (neuer) Stern?
  • Skellig Michael ist eine wunderschöne Kulisse. Soll der dargestellte Planet und Luke Skywalkers Rückzugsort etwa Rakata Prime sein?
  • ... und eine Bitte: Lasst die KotOR- und SWTOR-Ära bitte, bitte unangetastet!


-- Michael alias Ben Kenobi